Nr. 103596, 104892, 106844, 107548, 108068, 204914, 215468, 217068, 217602, 218610, 218818, 219356, 220380

Bernhard VII. zur Lippe

Edler Herr und Landesherr in Lippe

Erwähnung: 11 aussereheliche Kinder die sich von der Lippe nannten

* 4.12.1428

2.4.1511

Ehen

Nichteheliche Beziehungen

Weitere Vorfahren des lippischen Fürstenhauses siehe: www.nhv-ahnenforschung.de/Bernhard

Bernhard VII zur Lippe

Vorfahren der Familie von der Lippe

Quelle: Reinhard Frohne: Bischof, Vogt und Frohnen, Iserlohn 1994

Der Streitbare Bernhard

Bernhard VII., der durch seine wohlgemeinte, aber für sein kleines Land überaus gefährlichen Politik das ganze Übel der Soester Fehde über seine Untertanen gebracht hatte, rette sich selbst und einige Getreuen mit knapper Not durch einen von der Burg zum Fuße des Weinberges führenden unterirdischen Gang zu seiner Verlobten Anna von Schaumburg, mit der er sich im Jahr 1450 vermählte. Schon ein Jahr nach der Katastrophe wurden der Stadt ihre alten Rechte vom Landesherrn schriftlich bestätigt. In dieser ältesten in Blomberg erhaltenen Rechtsurkunde heißt es in hochdeutscher Übersetzung: "Wir Bernhard, Edler Herr zur Lippe, bekennen und bezeugen mit diesen Brief, dass Wir schuld und willens sind, Unsere Stadt von dem Blomberge und die Bürger dort gern belassen wollen bei solchen Rechten, Gewohnheiten, Sitten und Freiheiten, wie unsere Eltern und Wir Unseren lieben Getreuen von Lemgo gegeben haben. Sie sollt ihr zu eurem Behuf gebrauchen gleich denen von Lemgo. Dies geloben Wir in Gottes Namen stets und fest treu zu halten ohne Arglist." In den weiteren 62 Regierungsjahren blieb Bernhard seiner Residenzstadt Blomberg liebevoll verbunden. Zwar hat er sich in diesen Jahren unverdrossen an so mancher weiteren westfälischen Fehden beteiligt, aber er soll auch sehr viel für den Schutz des reisenden Kaufmanns, des Handels und Handwerks getan haben. Oft wurde er als Beschützern von Klöstern und Stiftungen angerufen. Seine Gemahlin Anna von Schaumburg, im Jahre 1495 als erste in der Klosterkirche bestattet, schenkte ihm sechs Kinder. Daneben hatte er von der aus Neuhaus bei Paderborn stammenden Ilsa Trump ein ganzes Schock weiterer illegitimer Nachkommen, die zum Teil in der lippischen Geschichte eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben. Blomberger Bürger, die nach dem Abzug der Böhmen praktisch vor dem Nichts standen, machten sich nach gnädig gewährten Bestätigung ihrer Privilegien unverzagt an den Wiederaufbau ihrer einst so wohlhabenden Stadt. Eine Ereignis besonderer Art kam ihnen dabei ganz unerwartet zu Hilfe. Man kann vermuten, dass die Blomberger zunächst daran gingen, sich Notunterkünfte zu verschaffen, um dann allmählich Haus für Haus auf den alten Fundamenten neu zu errichten. Vor allem die Zimmerleute werden kräftig in die Hände gespuckt haben, und manch einer, der vorher Wolle gesponnen oder Leinen gewebt hatte, wird sich mit der ungewohnten Arbeit des Sägens und Hobelns von Eichenbalken beschäftigt haben. Es ist kaum anzunehmen, dass dabei Prachtbauten entstanden sind, so dass die meisten Häuser nach spätestens 250 Jahren durch Neubauten ersetzt werden mussten, das Rathaus schon im Jahre 1587. Jedenfalls ist kein einziges Haus jener Zeit der Nachwelt erhalten geblieben, zumal in Blomberg praktisch keine Steinbauten errichtet wurden, wie z.B. in Lemgo häufig der Fall war. Ziemlich sicher ist, dass die meisten Bürger noch für lange Zeit hoch verschuldet blieben und erst allmählich wieder zu einigem Wohlstand gelangten. Bernhard VII. selbst verpfändete seine Burg für 400 Gulden an seinem Amtmann Johann von Molenbeck und sah sich aus politischen Gründen sogar gezwungen, Burg und Stadt Blomberg den Landgrafen von Hessen aufzutragen und sie von diesen als Erbmannlehen zurückzuempfangen. Die entsprechenden Bindungen (Öffnungsrecht und Huldigungspflichtung) bestanden bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts fort.

Quelle "Blomberg Geschichte-Bürger-Bauwerke von Heinz-Walter Rolf"